Die MGK auf Reisen

Vo Schönebuech bis Ammel – vom Bölche bis zum Rhii

lyt frei und schön das Ländli, wo mir däheime sii…

 

Am Sonntag, 18. September 2011 war es endlich so weit! Käthi Stettler und Anita Barreto, zwei ausgewanderte Baselbieterinnen, durften endlich ihren Kolleginnen und Kollegen der MGK ihre Heimat vorstellen. Schon früh morgens ging es los...6.45 Uhr für die Aeschiner und 7.00 Uhr für die Krattiger hiess es bereitstehen mit Instrument. Insgesammt 33 Musikantinnen und Musikannten, Familienmitglieder und Freunde der MGK machten sich auf die Reise. Auf der Fahrt erklärte Käthi unseren Kolleg/Innen endlich einmal warum wir es gar nicht lieben, als Basler bezeichnet zu werden!!! Sie erzählte von der Unterdrückung der Ländler durch die Städter, den blutigen Kämpfen und dem schlussendlichen Sieg der Baselbieter. Leider mussten wir jedoch schon bald feststellen, dass nicht alle so gut zugehört hatten, so trampte zum Beispiel am Nachmittag unser lieber Stefan ganz schön ins Fettnäpfchen! :-)

 

Nachdem alle mit Kaffee verpflegt waren, verteilte Anita Zettel mit der Baselbieterkarte und auf der Rückseite den Text vom Baselbieterlied. Mit Cd-Begleitung lernten wir fleissig das Lied singen, schliesslich sollten wir das kennen wenn wir dann dort sind! Endlich passierten wir in Langenbruck die Grenze zum Baselbiet. Unser Skigebiet, das alle 3 Jahre sicher Schnee hat...;-) Unsere Route führte weiter via Waldenburg in Richtung Liestal, immer unter der Reiseleitung von Käthi, welche uns spannende Geschichten über die einzelnen Ortschaften erzählten. Liestal begegneten wir nur am Rande, denn unser Weg führte noch zum Rhein, nämlich nach Birsfelden, zum Restaurant Waldhaus.

 

Dort legten wir nach über 2 Stunden unseren ersten Halt ein, wir wurden mit Kaffee und feinen hausgemachten Gipfeli verpflegt. Sogar schon die ersten Biere wurden bestellt!!! Leider regnete es zu dieser Zeit noch immer in Strömen, weshalb wir ja auch nicht wie geplant einen Banntag (Baselbieter-Brauch, eine bürgerliche Grenzkontrolle, welche mitlerweile fast wie ein weltlicher Feiertag, mit Charakter eines Volksfestes abgehalten wird) machen konnten.

 

Aber wir hatten für eine würdige Schlechtwetter-Alternative gesorgt, unsere nächste Station führte via Laufental nach Seewen (das ist ja auch beinahe noch im Baselbiet ;-)). Im Museum für Musikautomaten hatten wir eine spannende 1-stündige Führung in 2 Gruppen. Das Museum für Musikautomaten Seewen beherbergt eine der weltweit grössten und bekanntesten Sammlungen von Schweizer Musikdosen, Plattenspieldosen, Uhren und Schmuck mit Musikwerk und anderen mechanischen Musikautomaten aus dem 18. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Und siehe da, in der Zwischenzeit hat sogar der Regen nachgelassen...gut so, denn im folgenden Programmteil sollte es nicht mehr regnen!

 

Unsere Fahrt führte zurück ins Baselbiet, diesmal via Liestal, dem Hauptort vom Baselbiet. Käthi weihte uns kurz über die wichtigsten Daten ein und wir konnten auch noch beim vorbeifahren das berühmte "Törli" schauen. Es blieb uns jedoch keine Zeit um anzuhalten, wer sich für Liestal interessiert, kann im 2012 mit Käthi an die Fasnacht gehen! :-)

 

Ich konnte schon die ersten Mägen knurren hören...macht nichts, den nun sollte es ja schon bald eine kleine Überraschung geben! Wir steuerten in Richtung Tenniken, die Ortschaft, in der Anita grossgeworden ist. Aber bevor wir dort ankommen durften, mussten wir nocheinmal das Baselbieterlied üben, denn das sollten wir jetzt dann gleich vorsingen! Die Freude war gross, als wir beim Feuerwehrmagazin vorfuhren und da die Tenniker Musig bereitstand um uns zu empfangen! Wie schön, dass endlich auch einmal die Chrattigmusig musikalisch empfangen wird! Beim zweiten Lied hatten dann die "Touristen" das Liedblatt zur Hand, als die Tenniker den Baselbietermarsch anspielten. Kräftig wurde mitgesungen, fast so, als hätten die Krattiger nie etwas anderes gesungen! ;-) Gemeinsam mit den "Einheimischen" durften wir dann "Chlöpfer" (Cervelat) bräteln und Baselbieter-Wein geniessen! Bewirtet wurden wir freundlicher Weise von Anita's Mami Esthi und ihrem Mann Ueli, ein herzliches Dankeschön für das Tische bereitstellen, das Brätle, den Getränkeservice und für die ganzen Aufräumarbeiten! Ein weiters Dankeschön an Anita's Papi Werner, welcher sein ganzes Magazin ausgeräumt und geputzt hat, damit wir dort im trockenen sitzen konnten (es hat zwar seit der Ankunft in Tenniken nicht mehr geregnet). Um 14 Uhr war ein Platzkonzert geplant, zusammen mit der Tenniker Musik, es wurden dafür auch fleissig Plakate aufgehängt! :-) Ja, so ein paar Zuhörer haben dann auch den Weg zu uns gefunden und kräftig applaudiert! Zuerst spielte die Chrattigmusig ein paar Stücke, dann konnten wir noch 2 Märsche gemeinsam mit der Tenniker Musik spielen, welche dann anschliessend auch noch ein paar Stücke vorspielte. Ich würde sagen, der Aufenthalt in Tenniken war ein gelungener Zwischenhalt, mit spannenden Begegnungen von beiden Seiten! Auf ein freudiges Wiedersehen (im Berner Oberland???) und ein herzliches Dankeschön an den Musikverein Tenniken für die spontane Zusage für den Empfang der Musikgesellschaft Krattigen!

 

Ja und nun kamen wir auch schon zu unserer letzten Station auf der Reise ins Baselbiet. Via Homburgtal fuhren wir nach Läufelfingen, wo wir im Bad Ramsach zum verdienten, frühen Nachtessen erwartet wurden. Nach einem feinen grünen Salat, durften wir ein geschnetzeltes Rindfleisch "Stroganoff" mit Reis und Gemüse geniessen. Zum Abschluss noch etwas aus dem Baselbiet...ein kleiner Kirschencoupe. Das Essen war sehr fein und brachte unserer Reise noch einen würdigen Abschluss!

 

Mit vollem Magen und zufrieden mit diesem schönen Tag machten wir uns auf die Rückreise ins Berner Oberland. Begleitet wurden wir vom etwas verspäteten Sonnenschein...aber egal, der Tag war einfach wunderbar, alles ist gut gelaufen und ich erlaube mir zu sagen, das es allen sehr gut gefallen hat im Baselbiet!!!

 

Ein herzliches Dankeschön geht auch noch an unseren Chauffeur Stefan, dass er sich wiederum bereiterklärt hat, die Fahrt unserer Truppe zu übernehmen!

 

...für Euch geschrieben hat Anita Barreto

...das Ländli isch so fründlig, wenn alles grüent und blüeht,

drumm hei mir au keis Land so lieb wie euses Baselbiet,

drumm hei mir au keis Land so lieb wie euses Baselbiet!